Bad Soden, Deutschland,
27
April
2010
|
16:00
Europe/Amsterdam

Pulver „aus der Luft gegriffen“: Kaltmahlen mit Gasen

Der Industriegasespezialist Messer auf der Powtech 2010 Halle 7, Stand 418

Industriegasespezialist Messer informiert auf der Powtech 2010 in Nürnberg, Halle 7, Stand 418, über kryogene Mahlung von Verbundstoffen, Kunststoffen und Lebensmitteln.

Die Einsatzgebiete der Werkstoffe können unterschiedlicher kaum sein, das Mahlverfahren ist immer gleich: Mit den so genannten Kryogenverfahren von Messer kann unter Verwendung tiefkalter Gase wie Stickstoff oder Kohlendioxid die breite Palette verschiedener Materialien feingemahlen oder wieder verwertet werden. Dazu gehören Thermoplaste, Elastomere, Wachse, Lackzusatzstoffe, aber auch Gewürze, die durch hohe Temperaturen beim Mahlen ihre Aroma- und Geschmacksstoffe verlieren. Auf der Powtech 2010 in Nürnberg zeigt Messer vom 27. bis zum 29. April unter anderem Mahlproben aus den Bereichen Kautschuk und Elastomere, Lebensmittel und Gewürze, Thermoplastische Kunststoffe und Verbundstofftrennung. Der weltweit größte privat geführte Industriegasehersteller ist internationaler Anbieter für kryogene Gaseanwendungen für die Pulverherstellung und betreibt bei Krefeld, Deutschland, ein eigenes Kaltmahl- und Recyclingtechnikum, in dem Mahlversuche mit Kundenprodukten durchgeführt werden.

Kryogene Mahlung und Trennung von Verbundstoffen

Beim Kaltmahlen werden die zu mahlenden Stoffe mit tiefkaltem flüssigem Stickstoff oder Kohlendioxid abgekühlt und versprödet; dadurch werden besonders hohe Kornfeinheiten erzielt. Verbundstoffe lassen sich so wirtschaftlich und umweltfreundlich in sortenreine Komponenten trennen. Messer liefert dabei alle Gase und die benötigte Hardware aus einer Hand. Im Kaltmahl- und Recyclingtechnikum von Messer werden Musterchargen hergestellt, Mahlparameter ermittelt und Produktionskosten abgeschätzt.

Der gesamte Anlagenaufbau dient als Referenz, da er einer Produktionsanlage entspricht. Die hier erzielten Ergebnisse sind auch gerade deswegen interessant, weil sie sich auf großtechnische Produktionen übertragen lassen.

Verbundstofftrennung von Weich-PVC

Jüngst hat die Messer Gruppe Gartenschläuche aus Weich-PVC gemahlen, das als schwierig zu recyklieren gilt. Durch die Versprödung mit tiefkalten Gasen wird der Weich-PVC fein zerkleinert, die Polyesterfasern im Gartenschlauch bleiben hingegen aufgrund ihrer hohen Reiß- und Formbeständigkeit unzerkleinert. Zur Vorzerkleinerung der Gartenschläuche werden die Schlauchteile auf einer Schneidmühle ohne Kühlung granuliert. Das Produkt ist ein Weich-PVC-Granulat mit einer Körnung von etwa einem bis fünf Millimetern. Hier trennen sich bereits die ersten Polyesterfasern vom PVC. Auf einer kryogenen Stiftmühle wird das PVC auf feinste Korngröße gemahlen. Die Polyesterfasern bleiben dabei weitestgehend unzerkleinert. Zur Trennung der Polyesterfasern vom PVC-Pulver ist eine abschließende Siebung erforderlich. Die Polyesterfasern verbinden sich auf dem Siebdeck zu Knäueln, das PVC-Pulver fällt dabei durch das Siebdeck mit einer Maschenweite von 500 Mikrometern. Das hochwertige Pulver kann als Werkstoff wiederverwendet werden.